Einrichtung des Skolopender-Terrariums #
Die Einrichtung eines Skolopender-Terrariums muss nicht übermäßig komplex sein, jedoch trägt die richtige Auswahl von Verstecken, Strukturen und gegebenenfalls Pflanzen dazu bei, den Tieren eine artgerechte Umgebung zu bieten. Es gilt, den natürlichen Lebensraum der Tiere nachzuahmen, wobei ihre spezifischen Bedürfnisse und Vorlieben stets berücksichtigt werden sollten.
Versteckmöglichkeiten #
Da Skolopender von Natur aus eher das Tageslicht meiden und sich häufig im Substrat vergraben, sind geeignete Versteckmöglichkeiten unerlässlich. Der wichtigste Aspekt der Einrichtung ist daher, dem Tier ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, damit es sich sicher fühlt. Das am häufigsten verwendete Material für Verstecke ist Korkrinde, die in verschiedenen Formen und Größen im Fachhandel erhältlich ist. et sowohl eine gute Versteckmöglichkeit als auch eine natürliche Ästhetik. Der Unterschlupf sollte groß genug sein, damit sich das Tier darin oder darunter komplett verstecken kann. Bei löchriger Korkrinde ist darauf zu achten, dass kleine Arten und Jungtiere sich nicht darin verkriechen, stecken bleiben oder gar verenden.
Alternativ können auch flache und leicht gebogene Rindenstücke aus dem Wald verwendet werden (z. B. Buche, Pappel, Eiche), wobei darauf geachtet werden sollte, dass sie frei von Schimmel oder ungebetenen Gästen sind. Ebenfalls gut geeignet sind flache Steine oder Schieferplatten, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass diese keine scharfen Kanten aufweisen und das Tier beim Graben nicht verletzen oder zerquetschen können.
Wurzelholz und Aststücke sind ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, das Terrarium zu bereichern. Sie bieten nicht nur Verstecke, sondern auch Strukturen zum Klettern und Erkunden. Ihre Unregelmäßigkeit sorgt für eine optische Aufwertung des Terrariums und schafft ein interessantes Habitat für die Skolopender.
Abgestorbene, trockene Grasbüschel können als Dekoelemente das Wüstenterrarium bereichern. Sie verleihen dem Terrarium ein authentisches Aussehen, das an trockene Steppen oder Wüstenlandschaften erinnert.
Bepflanzung #
Eine Bepflanzung im Terrarium ist für Skolopender nicht zwingend erforderlich, kann jedoch das Mikroklima stabilisieren und das Habitat für die Tiere bereichern. Pflanzen verbessern nicht nur das visuelle Erscheinungsbild, sondern schaffen auch eine natürliche Atmosphäre und zusätzliche Versteckmöglichkeiten. Besonders in Regenwaldterrarien können sie helfen, ein naturnahes Umfeld zu gestalten. Entscheidet man sich für eine Bepflanzung, ist es zwingend erforderlich, eine Beleuchtung anzubringen.
Es ist jedoch wichtig, Pflanzen auszuwählen, die an die Lebensbedingungen der Skolopender angepasst sind und robust genug sind, um auch die Grabaktivitäten der Hundertfüßer zu überstehen. Da viele Pflanzenarten mit Chemikalien oder Pestiziden belastet sein können, die für die Tiere schädlich sind, sollten ausschließlich unbehandelte Pflanzen verwendet werden. Diese können entweder auf Terraristikbörsen erworben oder selbst aus Ablegern und Stecklingen gezogen werden.
Pflanzen für Regenwaldterrarien #

Regenwald-Terrarium mit Kletterfeige und Efeutute
Marcel K.
Für tropische und subtropische Arten bieten sich Pflanzen an, die mit hoher Luftfeuchtigkeit gut zurechtkommen und nicht viel Licht benötigen. Besonders geeignet sind Pflanzen wie:
- Kletterfeige (Ficus pumila): Eine kleinblättrige, ungiftige Pflanze aus Asien, die sowohl als Kletterpflanze als auch als Bodendecker wächst. Sie kommt mit wenig Licht aus und fördert ein gutes Mikroklima.
- Efeutute (_Epipremnum _aureum): Diese kletternde Pflanze aus der Familie der Aronstabgewächse ist in tropischen Gebieten weit verbreitet und kann horizontal und vertikal wachsen. Sie ist sehr resistent und pflegeleicht.
- Gefleckte Efeutute (Scindapsus pictus): Ebenfalls eine kletternde Pflanze aus den tropischen Regionen Asiens. Sie hat samtige, gemusterte Blätter und verträgt eine hohe Luftfeuchtigkeit.
- Grünlilie (Chlorophytum comosum): Eine beliebte Zimmerpflanze aus Afrika, die sich rasch über Kindelbildung vermehrt. Sie benötigt wenig Licht und eignet sich hervorragend für hohe Luftfeuchtigkeit bei feuchtem, aber nicht staunendem Substrat.
Diese Pflanzenarten sind robust und stellen keine hohen Anforderungen an die Beleuchtung oder Temperatur. Sie gedeihen gut unter den üblichen Bedingungen im Terrarium (Zimmertemperatur und normale Terrarienbeleuchtung). Die Vermehrung dieser Arten erfolgt vegetativ durch Ausläufer oder Kindel.
Pflanzen und Moose können ebenfalls verwendet werden, jedoch ist zu beachten, dass viele tropische Arten erst dann richtig gedeihen, wenn der Boden dauerhaft feucht und die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Diese Bedingungen stehen jedoch im Gegensatz zu den Bedürfnissen von Hundertfüßern, die auf eine gute Luftzirkulation angewiesen sind.
Pflanzen für Wüstenterrarien #
Für Arten aus Wüsten und anderen ariden Gebieten bieten sich vor allem Sukkulenten an, also Pflanzen, die mit hoher Trockenheit gut zurechtkommen. In der Regel benötigen diese Arten viel Licht, um zu wachsen. Geeignet sind zum Beispiel:
- Wüstenlilie (Aloe spp.): Die meisten Aloe-Pflanzen stammen ursprünglich aus Afrika und sind sehr pflegeleicht. Zudem bilden sie robuste Wurzeln, die von grabenden Tieren nicht so leicht beschädigt werden.
- Dickblatt (Crassula spp.): Diese Gattung ist namensgebend für die Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und kommt fast ausschließlich aus Südafrika. Entsprechend ihrer Herkunft sind sie sehr robust gegenüber Trockenheit und Hitze. Einige wenige Arten kommen jedoch auch weltweit vor, und es handelt sich dabei interessanterweise um Sumpf- und Wasserpflanzen.
- Mexikanische Rose (Echeveria spp.): Diese Gattung ist in Süd- und Mittelamerika beheimatet, mit einem Schwerpunkt in Mexiko. Im Vergleich zu vielen anderen Pflanzenarten sind sie relativ resistent gegenüber häufigen Pflegefehlern wie zu viel oder zu wenig Wasser, was sie besonders für Anfänger in der Terrarienpflege attraktiv macht.
- Mauerpfeffer oder Fetthenne (Sedum spp.): Dies ist die größte Gattung innerhalb der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Ihre Verbreitung erstreckt sich über tropische und subtropische Gebiete der Nordhalbkugel. Sedum kommt gut mit wenig Pflege und seltenem Gießen zurecht.
Ungeeignete Pflanzen #
Vorsicht bei der Wahl der Pflanzen: Kakteen oder Agaven sind zwar optisch reizvoll, stellen jedoch ein hohes Verletzungsrisiko für Skolopender dar. Stacheln, Dornen, Borsten, gesägte Blattränder oder andere Bewehrungen können den Tieren ernsthaften Schaden zufügen. Daher sollte man auf solche Pflanzen im Terrarium verzichten.